Werbetafel

Energieautarker Bauernhof
Einleitung:

Unsere Bestrebungen der letzten Jahrzehnte waren geprägt durch unsere naturverbundene Lebensweise und dem Gedanken dass jede nicht verbrauchte Ressource und somit auch jede nicht verbrauchte Energie, egal in welcher Form, die Beste ist .
Bereits 1981 nach der Übernahme der Landwirtschaft gab es zu dem damaligen Verband der biologisch wirtschaftenden Bauern Niederösterreichs die ersten Kontakte und Beratungsgespräche.
Unsere Hochzeit 1983 und die Geburt unseres ersten Kindes Barbara 1986 zogen mich 1986 wieder zurück in mein Geburtshaus. Zugleich stellten wir unsere Landwirtschaft (damals gemischt - Kartoffel, Getreide, Ziegen und Schafhaltung) auf biologische Bewirtschaftung um.

Durch die Beschäftigung mit den Vorgängen in der Natur war mir damals bereits die Wichtigkeit und die Begrenztheit unserer Ressourcen bewusst. So errichteten wir bereits 1986 eine Regenwasserzisterne zur WC-Spülung und Gartenbewässerung. Auch bei dem begonnenen Neu-Zubau legten wir bereits großes Augenmerk auf die Wärmedämmung.

Die Verantwortung, die jeder von uns – und so auch wir für unsere Kinder haben, sowie die Entwicklung auf dem Klimasektor (damals noch umstritten) führten uns immer mehr zu einer weiteren Suche nach Reduzierung unseres Energieverbrauchs in allen seinen Formen.

Mein Berufswechsel 1991 zur Umweltberatung Alpenvorland ( "die umweltberatung") und die berufsbegleitete Ausbildung (unter anderem mit Prof. Dr. Bernd Lötsch...) bestärkten uns auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen und Maßnahmen gegen den Co2 Anstieg persönlich vorzunehmen. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits die Betreuung der Solarselbstbaugruppen als Umweltberater in unserer Region begleiten durfte und bei diversen Vorträgen bereits immer auf die bevorstehende Klimaveränderung aufmerksam machen konnte, war die persönliche praktische Umsetzung meiner Beraterinhalte auf unserem Bauernhof eine wichtige Bereicherung meines Berufes und umgekehrt.


Nach Abschluss der Bautätigkeit der landw. Bauten war klar, dass eine thermische Solaranlage unsere Stückholzheizung ergänzen muss. So entstand unsere 40m² große Solaranlage zur teilsolaren Raumheizung mit einem 4000 Liter Pufferspeicher. Das "Althaus" aus dem 18Jhd. war mit seiner Energiekennzahl von 470kWh/m²/a (damals gerechnet mit dem VESH ) eine richtige "Energievernichtungsmaschine".

Für uns war klar: Es gibt zwei Möglichkeiten mehr Energie produzieren oder intelligente Lösungen zur Energiereduktion bei gleichzeitiger Erhöhung des Wohnkomforts. Nach dem Motto "Energie verwenden und nicht verschwenden". So begannen wir mit der energetischen Sanierung unseres Eigenheimes, welches wir mit einer Energiekennzahl von 50kWh/m²/a abschließen konnten. Energiebrunnen mit kontrollierter Wohnraumlüftung sind das "Tüpfelchen auf dem I ".

Nach der Reduktion des Energieeinsatzes zur Beheizung unseres Bauernhofes setzten wir Energiesparlampen überall dort ein, wo es sinnvoll ist. Der Kauf von energiesparenden Haushaltsgeräten wird und wurde immer dann durchgeführt, wenn diese nötig waren. (Kühltruhe) Der Anschluss unserer Waschmaschine an das Solar- oder mit Holz erzeugte Warmwasser reduzierten ebenfalls unseren Stromverbrauch. (Für einen 7 Personenhaushalt für ein Jahr nur 10kWh gemessener Verbrauch von elektrischer Energie für die Waschmaschine)
Aber wir brauchen trotzdem auch Strom und so war eine Beteiligung bei der ersten mit Bürgerbeteiligung errichteten Windenergieanlage in Michelbach der erste Schritt in Richtung Energieautarkie.
Durch die Beteiligung bei der WEB Windenergie AG produzieren wir bereits seit 2002 erneuerbare Energie. Im Jahr 2007 konnten wir mit unserer Beteiligung bereits 147500kWh Strom aus erneuerbarer Energie produzieren.
Das war uns aber nicht genug. Wir wollten am Hof unseren eigenen Strom erzeugen und so errichteten wir 2007 unsere ca. 5kWp Photovoltaikanlage.
Rechnerisch (zur Zeit haben wir die Anlage leider noch kein ganzes Jahr in Betrieb- daher "rechnerisch") wird sie zu 80% unseren Strombedarf decken.

Für die Umstellung auf erneuerbare Energie bei unseren Fahrzeugen wurde ein Mercedes Diesel angekauft und sofort auf Pflanzenöl umgerüstet. Da wir einen kleinen Obstbaubetrieb im südlichen Waldviertel bewirtschaften können wir unser Rapsöl leider nicht selbst produzieren, aber durch die Kooperation mit der Fa. Rapson (damals Fa. Winkler) ist es möglich unser Rapsöl aus der Region von der Region zu beziehen. Als Zweitauto konnten wir 2007 unser Elektroauto einen Renault Clio ebenfalls in Betrieb nehmen. Der Stapler für unsere Saftproduktion wird ebenfalls mit Solarstrom betrieben und gegebenenfalls auch als Stromspeicher verwendet.

Im November 2007 haben wir unsere Stromtankstelle für Elektromobile in Betrieb genommen. Nach einem Slogan von uns : "Wenn Geist , Körper und ihr E- Mobil nach "SAFT" schreien ,- dann Saft aus organisch biologischen Obstbau der Fa. Ertl", können Kunden von uns bei einem Einkauf ihr E-Mobil bei uns kostenlos aufladen.

Bei der Produktion unseres Saftes "Der Natürtrübe" in den Sorten - Apfel, Apfel-Johannisbeer, Apfel-Hollunder und Birne verwenden wir in erster Linie und nach Möglichkeit Energie von der Sonne – über unsere thermische Solaranlage. Die Sonnenenergie wird im 4000 Liter Pufferspeicher zwischengespeichert um eine kontinuierliche Temperatur für unseren Pasteur zu erreichen. Sollte uns die Sonne im Produktionsprozess einmal nicht zur Verfügung stehen beziehungsweise das erreichte Temperaturniveau zu niedrig sein, wird das Wasser mittels unserer Heizanlage (Stückholz) erwärmt.
Bei der Rückkühlung unseres Saftes von ca. 81°C auf 15°C setzen wir auf Wärmerückgewinnung mittels eines Plattenwärmetauschers. Die gewonnene Wärme wird in diesem Prozess zur Vorerwärmung des Saftes verwendet.

Da wir in unserem biol. Obstbau derzeit ohne Behandlungsmittel auskommen (auch ohne den im biologischen Anbau zugelassenen) ist unsere energetische Bilanz auch hier positiver. (Keine Verwendung chemisch synthetischer Spritz- oder Düngemittel mit ihrem hohen Energieeinsatz in der Produktion).

Alles in allem haben wir (so glauben wir) viel erreicht – aber unsere Bemühungen das eine oder andere noch besser zu machen bleiben weiterhin aufrecht.

  Copyright © 2007, Ertl, All rights reserved